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[Benzin-Spar-Autos.de => Tagebuch eines Downsizers II] Ein kleineres Auto fahren – wie ist das eigentlich? Der Golf Variant ist ein im Grunde formschönes Auto – in Schwarz relativ repräsentativ und wirkt keinesfalls klein. Dennoch ist die erste Reaktion meiner Nachbarn durchweg gleichartig: „hast du die Firma gewechselt?“ „Hast du einen Leihwagen?“
„Nein – ich hab einen kleineren Dienstwagen“ - „Oh“ [Bestürzung] „Wieso? Geht es Deiner Firma grad nicht so gut?“ „nein – ich wollte einen Wagen, der weniger verbraucht“ - „Wieso das denn? Zahlt doch eh deine Firma, oder?“ „Ja, schon – aber Umwelt und so, CO2, Klima und das alles....?“ Nach 5 Monaten mit meinem Golf und reichlich Gespött meiner Kollegen über meinen Wagen, der „nur“ 200 KM/h schafft und ja mit seinen 37.000€ Anschaffungspreis was von Armut hat, fühle ich mich langsam wohl. Es gibt Kollegen, die mich hin und wieder fragen, wie das eigentlich so ist, ein kleineres Auto zu fahren. Irgendwann gestehen sie dann auch ganz gerne mal, dass sie das eigentlich auch besser fänden – einfach mal einen Astra Kombi – und der neue Focus sähe eigentlich auch ganz chic aus und so... Aber die Kollegen und die Nachbarn – die interessieren sich ja nicht dafür, warum man so ein Auto kauft – die denken immer gleich, wer ein kleineres sparsameres Auto fährt, dann ist der soziale Abstieg vorprogrammiert... Kürzlich habe ich eine Kollegin, die aus Großbritannien zu Besuch war, zum Flughafen gefahren. Nach 2 Minuten im Auto fragte sie mich, warum ich nicht einen der großen Audis und BMWs fahre. Nachdem ich es ihr erklärte, lachte sie und sagte „quite refereshing to see a man that is not seeing the car as his second dig, but for what it is – to drive people from here to there“. :-)
Mein Golf braucht etwa 6,5 Liter Diesel im Schnitt, ist nur unmerklich langsamer als mein altes Premium -Auto und braucht für den Weg zur Arbeit exakt die gleiche Zeit, weil er auch nicht langsamer im Stau steht. Man kommt in völlig neue Parklücken und man hat jeden Monat mehr Geld zur Verfügung. Die Kinder, die hinten sitzen, haben sich nur einmal beschwert – und zwar am ersten Tag – und das wohl eher aus Prinzip. Mittlerweile höre ich sie hin und wieder ihren Freunden erzählen, dass ihr Vater was für's Klima tut [okay – vom gesparten Geld bekommen sie mehr Taschjengeld, das hat die Idee ein wenig gefördert...] Und meine Firma? Die hat mir kürzlich eine grüne Statue auf den Tisch gestellt und das in der Hauszeitung allen Kollegen gezeigt, um ein Zeichen zu setzen. Gerd aus dem Rechnungswesen hat übrigens kürzlich seinen A6 gegen einen Touran getauscht – er spricht jetzt gerne darüber. |
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